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 Fahrplankonzept auf der Gotthard-Strecke bis 2020

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BeitragThema: Fahrplankonzept auf der Gotthard-Strecke bis 2020   Do 8 Aug 2013 - 20:11

Zitat :
SBB legt Fahrplankonzept auf der Gotthard-Strecke bis 2020 fest: Eine Stunde schneller von der Deutschschweiz ins Tessin und nach Italien.

Schnellere Verbindungen, mehr Züge: die SBB hat die Fahrzeiten ab Fahrplanwechsel 2016/2017 bis 2020 festgelegt. Die beiden Basistunnels durch den Gotthard und den Ceneri verkürzen die Reisezeit dereinst um rund eine Stunde. Die Fahrt von Zürich nach Lugano wird ab 2020 deshalb weniger als zwei Stunden, diejenige nach Mailand weniger als drei Stunden dauern. Ebenfalls definiert ist das Angebot auf der bisherigen Bergstrecke. Heute hat SBB CEO Andreas Meyer in Bellinzona über das neue Fahrplankonzept informiert. Gleichzeitig hat er das Projekt für den neuen Bahnhof der Kantonshauptstadt vorgestellt. Ab 2016 werden die ersten Reisenden aus dem Gotthard-Basistunnel dieses neu gestaltete Tor ins Tessins nutzen.

Wenn der längste Eisenbahntunnel der Welt in Betrieb genommen wird, steht die Schweiz im internationalen Rampenlicht: Ab 11. Dezember 2016 (Fahrplanwechsel 2016/2017) fahren die Züge fahrplanmässig durch den Gotthard-Basistunnel (GBT). Rund drei Jahre später folgt die Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels (CBT) zwischen Bellinzona und Lugano. Die SBB stellten heute in Bellinzona erstmals vor, wie gross die Fahrzeitverkürzungen durch die beiden Neat-Bauwerke dereinst sein werden. «Unsere Kundinnen und Kunden stehen vor einem bedeutenden Angebotssprung: In wenigen Jahren rücken die Deutschschweiz und das Tessin näher zusammen», sagte SBB CEO Andreas Meyer. Bis 2020 verkürzt sich die Reisezeit markant (siehe Tabelle). Bereits ab Mitte 2014 gibt es zwischen Lugano und Zürich dank einer besseren Verteilung der Verbindungen teilweise halbstündliche Verbindungen, ab 2020 gilt der durchgehende Halbstundentakt. Die Verbindungen auf der Nord-Süd-Achse werden zudem schrittweise zuverlässiger und stabiler. Die vorliegenden Fahrplankonzepte sind in enger Zusammenarbeit mit den Gotthard-Kantonen, dem Bundesamt für Verkehr und den Partnern in Italien entstanden. Letzte Details werden in den nächsten Monaten geklärt.

Mehr und schnellere Züge verdoppeln die Zahl der Passagiere

«Die Nachfrageströme im Nord-Süd-Verkehr werden sich fundamental verändern», ist Andreas Meyer überzeugt. Heute fahren täglich rund 9000 Personen mit der SBB über den Gotthard. Bis 2025 dürfte sich die Zahl der Reisenden dank der Verdichtung und Beschleunigung des Angebotes mehr als verdoppeln, bereits 2020 rechnet die SBB mit mindestens 15‘000 Reisenden pro Tag – dies insbesondere im Freizeit- und Geschäftsreiseverkehr. Um die zusätzlichen Passagiere transportieren zu können, werden bis 2020 weitere neue Züge beschafft.

Verbesserungen für Tessiner und grenzüberschreitenden S-Bahn-Verkehr

Auch der öffentliche Verkehr innerhalb des Tessins wird weiter verbessert. Durch den Ceneri-Basistunnel rücken Sottoceneri und Sopraceneri näher zusammen. Von Bellinzona nach Lugano schrumpft ab 2020 die Fahrzeit auf knapp 15 Minuten. Zwischen Locarno und Lugano verkehren dann halbstündlich direkte Züge mit einer Fahrzeit von weniger als einer halben Stunde. Bereits ab 2015 beginnt im Mendrisiotto auch eine neue Epoche im grenzüberschreitenden Verkehr: Ab dann soll Varese mit direkten Zügen ab Lugano bzw. Como halbstündlich in das S-Bahn-System TILO eingebunden werden. Die neue Linie S 50 wird das Tessin stündlich mit dem Mailänder Flughafen Malpensa verbinden.

Stundentakt auf der bisherigen Bergstrecke

Neben der neuen Strecke durch den Gotthard-Basistunnel wird die SBB auch künftig die bisherige Bergstrecke betreiben. Das Angebot wurde bereits in Zusammenarbeit mit den Kantonen und dem Bundesamt für Verkehr definiert, die Finanzierung soll bis Ende 2013 geregelt sein. Geplant ist ein stündliches Angebot mit Anschlüssen an den Fernverkehr in Erstfeld, Bellinzona und Lugano. Die Interregio-Züge ab Basel und Zürich fahren künftig bis Erstfeld, gleichzeitig wird die Regioexpress-Linie von TILO über Biasca hinaus bis dorthin verlängert. Die dafür eingesetzten modernen FLIRT-Fahrzeuge mit Niederflureinstieg, Klimaanlage und grossen Fenstern sind ideal für den Ausflugsverkehr. Neu ergeben sich Direktverbindungen aus der Gotthard-Region und der Leventina bis Lugano, Mendrisio und Chiasso. Am Wochenende sollen einzelne Interregio-Züge bis Göschenen verlängert werden, mit Anschlüssen an die Matterhorn-Gotthard-Bahn nach Andermatt. Für die Pendler aus Schwyz und Uri wird es künftig morgens und abends den «Innerschweizer Sprinter» geben, eine direkte Verbindung nach Zug und Zürich – ähnlich dem Glarner Sprinter. «Die Bergstrecke hat touristisches Potential, dieses gilt es gemeinsam mit unseren Partnern zu nutzen», so Andreas Meyer. Erste Angebote sind bereits abrufbar unter www.sbb.ch/gotthard.

Schrittweise Fahrzeitverkürzungen

Die Verbindungen werden Schritt für Schritt schneller und komfortabler. Ab der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels (GBT) Ende 2016 bis zur Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels (CBT) gilt vorübergehend ein Baustellenfahrplan. Von 2017 bis 2018 wird die Ostseite des Zugersees gesperrt und die Züge über Rotkreuz umgeleitet, zudem wird die Strecke am Axen saniert. Die Arbeiten am Zugersee betreffen nur die Verbindungen ab Zürich, nicht aber diejenigen ab Basel und Luzern. Ab 2018 sind die Arbeiten am Zugersee abgeschlossen. Ab 2020, wenn auch der Ceneri-Basistunnel in Betrieb genommen wird, profitieren die Kundinnen und Kunden schliesslich vom vollen Fahrzeitgewinn.


Fahrzeitverkürzungen
gegenüber 2016
2017–2018
(nach Inbetrieb-
nahme GBT)
+ Zugersee Sperre
+ Axen-Sanierung
2019
+ Axen-Sanierung
ab 2020
(nach Inbetrieb-
nahme GBT und CBT)
Zürich–Tessinrund 25 Min.rund 40 Min.rund 60 Min.
Basel–TessinBasel–Tessinrund 30 Min.rund 40 Min.rund 60 Min.
Luzern–Tessinrund 40 Min.rund 40 Min.rund 60 Min.
Deutschschweiz–Mailandrund 30 Min.rund 30 Min.rund 60 Min.

Bahnhof Bellinzona: neugestaltetes Tor ins Tessin

Bellinzona ist der erste Bahnhof, den die Reisenden nach der Durchquerung des Gotthard-Basistunnels erreichen werden. Und die Tessiner Kantonshauptstadt gehört mit ihren Burgen seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Welterbe. «Für uns war es deshalb klar, dass Bellinzona einen neuen Bahnhof erhalten muss, der dieser doppelten Bedeutung der Stadt würdig ist», sagte Andreas Meyer. Das Erneuerungsprojekt ist deshalb von hoher städtebaulicher Qualität und wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Kanton Tessin und dem Bundesamt für Kultur (BAK) erarbeitet. Der Inbetriebnahme des neu gestalteten Bahnhofs ist für September 2016 vorgesehen.
sbb.ch
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BeitragThema: Bereits 5000 Probefahrten durch den Gotthard   Fr 5 Aug 2016 - 8:23

sda/nop schrieb:
BASISTUNNEL ⋅ Am 1. Juni übergab die Alptransit Gotthard AG offiziell die "Schlüssel" für das Jahrhundert-Bauwerk Gotthard-Basistunnel an die SBB. Nach rund zwei Monaten zieht die neue Betreiberin nun eine erste Bilanz und blickte zugleich auf die Inbetriebnahme im Dezember.

Insgesamt werden laut SBB-Angaben bis Dezember 5000 Probefahrten absolviert. Dabei steht das Verlagerungsziel von der Strasse auf die Schiene im Mittelpunkt: 3500 Probefahrten entfallen auf den Güterverkehr, für ihn werden spezielle Trassen reserviert. 500 Probefahrten gibt es im Personenverkehr.

Seit dem 2. August und bis zum 27. November wird allen Interessierten ausserdem die Möglichkeit geboten, mit dem "Gottardino" getauften Zug den längsten Bahntunnel der Welt auszukundschaften. Der Hinweg erfolgt jeweils über die Bergstrecke.

Die SBB erwartet für dieses Angebot rund 43'000 Passagiere bis zum Ende des Jahres. Bereits jetzt seien 94 Prozent der insgesamt 180 Fahrten ausgebucht.

Viele offene Baustellen

Auf der Strecke von Basel bis Chiasso gebe es gegenwärtig eine "Kumulation" verschiedener Baustellen, sagte SBB-Chef Andreas Meyer bei einem Medienanlass am Mittwoch in Flüelen UR. In diesem Zusammenhang übte Meyer auch Selbstkritik bei der Pünktlichkeit auf der Nord-Süd-Achse. Hier gebe es noch viel Arbeit - die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels soll bereits für Linderung sorgen.

Um "importierte" Verspätungen aus Italien zu vermeiden, werde auch der Austausch mit den Behörden im südlichen Nachbarland intensiviert. Kopfzerbrechen bereite ausserdem die Mobilfunkabdeckung. Diese lasse besonders zwischen Bellinzona und Lugano zu Wünschen übrig.

Unterhalt als Mammutaufgabe

Man habe 90 Auflagen für den Betrieb des Tunnels erhalten - die Hälfte konnte bereits abgearbeitet werden, sagte der Infrastruktur-Leiter der SBB Philippe Gauderon am Mittwoch.

Bis der Gotthard-Basistunnel regulär in Betrieb gehen könne, heisse es "üben, üben, üben". Mögliche Kinderkrankheiten sollen früh erkannt werden. Allein der Unterhalt des Rekordtunnels verlange viel Planungsgeschick - "wir können nicht in der Mitte des Tunnels sagen, dass wir eine Bohrmaschine vergessen haben."

Drei Nächte pro Woche sind für Unterhaltsarbeiten vorgesehen. Dafür werden die Arbeiter mit einer speziellen Klappenkonstruktion vor dem Druck der Züge geschützt, da der Betrieb in einer Röhre immer weiterläuft. Die jährlichen Unterhaltskosten belaufen sich laut Gauderon auf 39 Millionen Franken, sollen aber schrittweise leicht absinken.

Touristisches Bergstrecke

Die SBB nutzte den Anlass am Mittwoch, um für die touristische Nutzung der Gotthard-Bergstrecke zu werben. Aufgrund der historischen Bedeutung der Bergstrecke soll sie neben dem Stundentakt zwischen Erstfeld und Bellinzona auch stärker auf Besucher der Region zugeschnitten werden. So sollen an den Wochenenden beispielsweise direkte Züge von Zürich aus starten, die genug Platz für Velo und Gepäck bieten.

Die SBB wollen an diesem Angebot auch nach Dezember 2017 festhalten, sagte der Leiter Verkehr SBB, Toni Häne, am Mittwoch auf Anfrage. Bis dahin plant das Bundesamt für Verkehr (BAV) die Neuvergabe der SBB-Fernverkehrskonzession. Bis zum Auslaufen dieser Konzession Ende 2017 wird die Gotthard-Bergstrecke weiterhin von der SBB betrieben.

Die Schweizerische Südostbahn (SOB) hatte Anfang Juli angekündigt, dass sie die bisherige Betreiberin SBB mit einem eigenen Konzept herausfordern will. Unter anderem liebäugelt sie mit Direktverbindungen von Basel in die Leventina, die sie eigenwirtschaftlich betreiben möchte. Ziel der SBB sei es dagegen, ein individuelleres Paket zu schnüren, das stärker der touristischen Nutzung und der saisonalen Auslastung Rechnung trägt, so Häne. Die SBB rechnet mit 600 Reisenden pro Tag auf der Bergstrecke - im Gegensatz zu den heutigen 8000.
luzernerzeitung
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